Naturforschende Gesellschaft zu Freiburg im Breisgau

Erläuterung zur Karte
 

 

Topographische Charte von Schwaben, Ausschnitt Blatt Freiburg, 1827.

Die Karte zeigt einen Ausschnitt der topographischen Charte von Schwaben, Blatt Freiburg, von E.H. Michaelis aus dem Jahre 1827. Sie weist auf die frühere Ausdehnung des Schwäbischen Kreises bis an den Rhein hin, dem Freiburg selbst als damals noch bis 1805 vorderösterreichisches Gebiet jedoch nicht angehörte. Der Maßstab 1:86.400 lässt den noch früheren französischen Einfluss erkennen.

Der große Bedarf an genauen topographischen Karten in Europa gegen Ende des 18. Jhs. führte auch in Südwestdeutschland zu einer Neuschöpfung, der o.g. Charte von Schwaben. Sie entstand durch Anregung der zu dieser Zeit führenden französischen Kartographie mit dem topographischen Kartenwerk Carte geometrique de la France im Maßstab 1:86.400 von C. F. Cassini de Thury und dessen Sohn.

Kartographen der vorliegenden topographischen Charte von Schwaben sind neben J.G.F. von Bohnenberger und I. Ambros von Amman der Hauptmann a.D. Ernst Heinrich Michaelis (1794-1873), der sich als Ingenieurgeograph der preußischen Armee geodätische und kartographische Kenntnisse und Erfahrungen erworben hatte. Er bearbeitete hauptsächlich die im Bereich des Großherzogthums Baden liegenden Blätter.

Bis 1812 waren 42 Blätter der Charte von Schwaben, die von Bohnenberger ursprünglich nur als Charte von Wirtemberg geplant war, erschienen: Es fehlte hauptsächlich noch der badische Anteil des Kartenwerks, der mit 12 Blättern erst zwischen 1825 und 1828 von Michaelis fortgesetzt wurde. Grundlage der Karte waren trigonometrische Vermessungen des Geländes, so dass mit dem Kartenwerk die Geschichte der genauen topographische Karte in Südwestdeutschland begann (nach H. Fischer 1988).

Von militärischer Seite erfolgte im Großherzogthum Baden seit 1820 eine planmäßige Landestriangulation, die zuvor schon von Hauptmann J.G. Tulla (1770-1828) eingeleitet worden war. Ab 1825 erfolgte dann die allgemeine Landesaufnahme im Maßstab 1:5.000, ab 1835 im Maßstab 1:25000. Um die Triangulierung und Landesaufnahme systematisch und schnell durchführen zu können, wurde 1828 ein Militärischtopographisches Bureau eingerichtet, daneben entstand 1837 das Kartenbureau des Großherzoglichen Generalquartiermeisterstabes (nach J. Landmann 1996).


Literatur:

  • Fischer, Hans-Peter: Die "Charte von Schwaben" im Maßstab 1:86 400. Stuttgart 1988.
  • Landmann, Jochen: Das Militärische Karten- und Vermessungswesen in Südwestdeutschland. Stuttgart 1996.
  • Oehme, Ruthardt: Die Geschichte der Kartographie des deutschen Südwestens. Konstanz 1961.

 

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